Rotmilan – Vogel des Monats März
Der Rotmilan kehrt Ende Februar, Anfang März in seine Brutgebiete zurück. In der Gemarkung Geiss-Nidda ist er seit wenigen Tagen (Erstsichtung 08. Februar 2026) wieder zusehen wie er in seinem Suchflug, langsam und majestätisch segelnd, die Feldflur überfliegt. Er ist mit seiner Spannweite bis zu 165cm einer unserer größten Greifvögel. Deutschland, und hier speziell auch Hessen, haben eine große Verantwortung für diesen schönen Vogel, denn mehr als die Hälfte des Weltbestandes lebt und brütet hier. In Hessen sind laut Roter Liste zwischen 1000 und 1300 Brutpaare beheimatet. Der Rotmilan braucht offenes Gelände, Wald und Hecken als Lebensraum. Seine Nahrung besteht hautsächlich aus Kleinsäugern wie Mäusen, Ratten und Maulwürfen aber er jagt auch Kleinvögel, Großinsekten, Reptilien und sogar Regenwürmer. Auch Aas verschmäht er nicht. Deshalb ist er an vielbefahrenen Autostrecken ebenso zu finden wie auf offenen Müllkippen. Er kann in Ausnahmefällen bis zu 30 Jahre alt werden aber die Sterblichkeit, insbesondere der unerfahrenen Jungvögel ist sehr hoch. Ein wesentlicher Risikofaktor hierbei ist der Zug. Hauptzugrichtung ist Südwest. Die Hauptüberwinterungsgebiete liegen in Frankreich und Spanien. In diesen Ländern kommt es immer noch zu illegalen Abschüssen. Rotmilane sterben an vergifteten Beutetieren, sie verenden an ungesicherten Stromleitungen oder werden von Rotorblättern der Windkraftanlagen erschlagen. In Deutschland ist es auch vorgekommen, dass Brutbäume willkürlich zerstört wurden, um die Brut zu verhindern. Dieses aus wirtschaftlichen Gründen, denn bei der Planung neuer Windkraftanlagen sind Mindestabstände zu brütenden Rotmilanen einzuhalten. Da die Zugstrecke relativ kurz ist bleibt der Rotmilan bis Ende September und Oktober in seinen Brutgebieten. Letzte Sichtung in der Gemarkung Geiss-Nidda war am 10. Oktober 2025. Erst dann sammeln sich die Vögel, um bei günstigem Wind gemeinsam in den Südwesten zu starten. Wenn sie die Zeit in ihren Winterquartieren gut überstehen starten sie bereits Anfang Februar den Heimflug. Männchen und Weibchen treffen meist nacheinander im Revier wieder ein und beginnen dort sofort ihre Balz. Sie beginnen ihren Horst zu reparieren und auszubauen, starten gemeinsame Paarflüge und paaren sich. Bevorzugte Brutbäume sind hohe alte Eichen, Buchen oder Kiefern. Das Weibchen legt in der Regel drei Eier und bebrütet dies ca. einen Monat lang. Die Jungen schlüpfen dann gegen Ende Mai und werden von beiden Eltern gefüttert. Es dauert dann zwischen 45 und 58 Tagen, je nach Nahrungsangebot und Witterung, bis die Jungen ausfliegen. Hoffen wir, dass „unsere“ Rotmilane auch in diesem Jahr erfolgreich brüten und ihre Jungen aufziehen können, damit wir uns weiterhin über ihren majestätischen Anblick am Himmel erfreuen können.
